Zauneidechse Reptil
Die Zauneidechse – Reptil des Jahres 2020
Die Zauneidechse (Lacerta agilis) ist eine der bekanntesten heimischen Echsen Mitteleuropas. 2020 wurde sie von der Deutschen und der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie sowie verschiedenen Schweizer Organisationen zum Reptil des Jahres ernannt. Sie dient als Symboltier gegen die fortschreitende Zerschneidung und Verbuschung offener Lebensräume.
Aussehen und Merkmale
Die Zauneidechse erreicht eine Gesamtlänge von 18 bis 25 cm. Sie ist stämmig gebaut und zeigt eine sehr variable Färbung:
- Männchen: oft leuchtend grüne Flanken während der Paarungszeit
- Weibchen: eher braun mit drei hellen Längsstreifen auf dem Rücken
- Beide Geschlechter besitzen auf dem Rücken eine Reihe dunkler Flecken und seitlich charakteristische Augenflecken.
Ein besonderes Merkmal ist der Schwanz, der bei Gefahr abgeworfen und später nachgebildet werden kann.
Lebensraum und Vorkommen in der Schweiz
In der Schweiz kommt die Zauneidechse vor allem auf der Alpennordseite vor. Sie bevorzugt warme, trockene, strukturarme und sonnige Lebensräume wie:
- Magerwiesen
- Bahndämme und Strassenböschungen
- Steinbrüche und Sandgruben
- Waldränder, Lichtungen und ungenutzte Brachflächen
- Gärten und Friedhöfe
In der Schweiz gilt die Art als gefährdet (Rote Liste). Durch intensive Landnutzung, Verbuschung und die Zerschneidung der Landschaft gehen die Bestände vielerorts stark zurück.
Lebensweise
Zauneidechsen sind tagaktiv und echte Sonnenanbeter. Sie ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Spinnen, Tausendfüssern, Regenwürmern und Schnecken. Im Herbst verkriechen sie sich in frostfreie Verstecke (Schotterhaufen, Totholz, Gesteinsspalten) und halten von Oktober bis April eine lange Winterruhe.
Die Paarungszeit beginnt Ende April. Die Weibchen legen anschliessend 5 bis 14 Eier in sonnige, lockere Erde. Die Jungen schlüpfen nach 8–12 Wochen.
Schutz und Förderung in der Schweiz
Verschiedene Schweizer Organisationen engagieren sich für den Schutz der Zauneidechse. Die Albert Koechlin Stiftung betreibt beispielsweise ein spezielles Artenförderprojekt in der Innerschweiz. Wichtige Massnahmen sind:
- Erhaltung und Vernetzung trockenwarmer Lebensräume
- Eidechsengerechte Gestaltung von Böschungen
- Schaffung von Sand- und Steinstrukturen sowie Totholz im Garten
- Vermeidung von Pestiziden und häufigem Mähen
Auch Privatpersonen können helfen: Ein sonniger Steinhaufen, ein Sandbad, ein Stück Totholz oder eine ungemähte Ecke im Garten bieten der Zauneidechse wichtige Rückzugs- und Sonnenplätze.
Beste weiterführende Links
- Die Zauneidechse ist das Reptil des Jahres 2020 – Gute Übersicht mit Fokus auf Schweizer Fördermassnahmen (Albert Koechlin Stiftung)
- Die Zauneidechse: Minidino im Garten – Ausführlicher Steckbrief und praktische Gartentipps
- Lehrer*innenweiterbildung «Zauneidechse. Alles in Ordnung?» – Informationen zur Sonderausstellung des Naturmuseums Solothurn
Vielleicht auch interessant
War das hilfreich?

