Zwingli Denkmal
Zwingli-Denkmal in der Schweiz – Geschichte, Bedeutung und aktuelle Herausforderungen
Das Zwingli-Denkmal in Zürich (bei der Wasserkirche) ist eine der bekanntesten Gedenkstätten der Schweiz. Es ehrt den Zürcher Reformator Huldrych Zwingli (1484–1531), der mit seinen Thesen und der Zürcher Reformation massgeblich die religiöse und gesellschaftliche Entwicklung der Schweiz prägte. Das Denkmal wurde vom Bildhauer Heinrich Natter geschaffen und zeigt Zwingli in einer heroischen Pose mit Bibel und Schwert – eine Darstellung, die bis heute kontrovers diskutiert wird.
Historischer Hintergrund und Errichtung
- Ursprung: Das Denkmal wurde Ende des 19. Jahrhunderts aufgestellt, um Zwinglis Wirken zu würdigen. Es steht an einem symbolträchtigen Ort, der Wasserkirche, wo Zwingli einst predigte.
- Symbolik: Die Kombination von Bibel und Schwert spiegelt Zwinglis doppelte Rolle als geistlicher Führer und politischer Berater wider, der auch militärische Auseinandersetzungen (z. B. die Kappeler Kriege) befürwortete.
- Weitere Standorte: Ein zweites Zwingli-Denkmal befindet sich in Kappel am Albis (Kanton Zürich), dem Ort der Kappeler Kriege, wo Zwingli 1531 fiel.
Aktuelle Herausforderungen
- Taubenproblem und Denkmalschutz: Tauben nutzen das Denkmal als Ruheplatz. Ihr Kot enthält Säuren, die in den porösen Marmorsockel eindringen und chemische Schäden verursachen. 2023/2024 entwickelte die Firma Anticimex in Zusammenarbeit mit der Zürcher Fachstelle Kunst und Bau ein unauffälliges, denkmalpflegerisch verträgliches Abwehrkonzept.
- Kritik an der Darstellung: Stimmen aus reformierten Kreisen (z. B. Reformiert GL und Kirchenbote TG) fordern teilweise die Entfernung oder Umgestaltung des Denkmals. Kritisiert wird vor allem die kriegerische Inszenierung: Zwingli habe eigentlich die Gemeinschaft reformieren und die Armenfürsorge fördern wollen, nicht als „Kriegsgurgel“ dargestellt werden. Auch täuferische Stimmen (Mennonitica) sehen in Zwingli den Verfolger pazifistischer Minderheiten.
- Öffentliche Aktionen: Beim Züri-Fäscht wurde das Denkmal zeitweise vom Sockel gehoben, um auf die „geerdete Reformation“ hinzuweisen. Gleichzeitig wird über neue Denkmäler (z. B. für Katharina von Zimmern) diskutiert, die andere Aspekte der Reformationsgeschichte sichtbar machen sollen.
Kulturelle Rezeption
Der 2019 erschienene Kinofilm „Zwingli“ (SRG-Koproduktion) thematisierte das Leben des Reformators und trug zu einer breiteren öffentlichen Auseinandersetzung mit seinem Erbe bei. Das Denkmal bleibt damit nicht nur ein historisches Monument, sondern auch ein Denkanstoss für aktuelle Debatten über Geschichtsbilder, Denkmalkultur und religiöse Vielfalt in der Schweiz.
Die besten 5 Weblinks:
- https://www.anticimex.ch/blog/taubenabwehr-zwingli-denkmal/ – Fachbericht zur Taubenabwehr und denkmalpflegerischen Massnahmen am Zwingli-Denkmal.
- https://www.reformiert-gl.ch/artikel/das-zwingli-denkmal-sollte-man-entfernen/ – Kritische Stimmen aus reformierten Kreisen zur Darstellung Zwinglis.
- https://www.kappel-am-albis.ch/sehenswuerdigkeiten/9199 – Informationen zum zweiten Zwingli-Denkmal in Kappel am Albis.
- https://www.mennonitica.ch/von-statuen-denkmaelern-und-alten-schloessern-was-zwingli-trachselwald-und-black-lives-matter-miteinander-zu-tun-haben/ – Täuferische Perspektive auf Zwingli-Denkmäler und Denkmalkritik.
- https://www.srgd.ch/de/aktuelles/news/zwingli-den-schweizer-kinos/ – Hintergrund zum Kinofilm „Zwingli“ und seiner gesellschaftlichen Wirkung.
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