Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea) – Steckbrief, Lebensraum und Schutz in der Schweiz
Allgemeine Merkmale
• Grösse: 3–5 cm, Gewicht wenige Gramm – einer der kleinsten heimischen Lurche.
• Färbung: leuchtend laubgrün (selten grau oder braun), helle Unterseite; unverwechselbares dunkles Band von der Schnauze über das Auge bis zur Flanke.
• Haftscheiben an Finger- und Zehenenden → hervorragender Kletterer, der auf Büschen, Schilf und Bäumen lebt.
• Männchen mit grosser, gelblicher Schallblase, die bei der nächtlichen Paarungswerbung aufgeblasen wird.
Lebensraum und Fortpflanzung
• Laichgewässer: flache, sonnenexponierte Kleingewässer ohne Fische (Tümpel, «Wiesengewässer», temporär überflutete Senken).
• Landlebensraum: strukturreiche, extensiv genutzte Wiesen, Hecken, Gehölz- und Uferbereiche.
• Wanderungen: Laubfrösche legen weite Wege zwischen Überwinterungsquartieren, Sommerquartieren und Laichplätzen zurück – ein intaktes Kleinstrukturen-Netz ist daher lebenswichtig.
Vorkommen in der Schweiz
• Früher weit verbreitet; seit den 1980er-Jahren starke Rückgänge (Region Basel: fast verschwunden).
• Heutige Schwerpunkte: Genferseeregion, Neuchâtel, Waadt, Teile des Tessins.
• Ursachen des Rückgangs: Trockenlegung von Feuchtgebieten, intensive Landwirtschaft, fehlende Kleinstrukturen, Zerschneidung von Wanderkorridoren.
Schutz und Förderung
• Rote Liste: stark gefährdet (EN).
• Fördermassnahmen: Anlegen und Offenhalten von Laichgewässern, Extensivierung von Wiesen, Vernetzung mit Hecken und Ruderalstreifen, Amphibientunnel an Strassen.
• Info fauna karch (Nationale Koordinationsstelle Amphibien) berät Kantone und Gemeinden bei Aufwertungsprojekten.
Besonderheiten & Volkswissen
• «Wenn die Laubfrösche knarren, magst du auf Regen harren» – die nächtlichen Konzerte dienten früher als Wetterregel.
• Die Tiere sind wahre Akrobaten: aus der Ruhestellung schnappen sie vorbeifliegende Insekten und landen präzise auf schmalen Halmen.