Feuersalamander
Der Feuersalamander in der Schweiz
Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) ist der grösste einheimische Schwanzlurch der Schweiz. Mit seinem auffälligen schwarz-gelben Warnmuster ist er unverkennbar. In der Schweiz kommen zwei Unterarten vor: der Gebänderte Feuersalamander (Salamandra salamandra terrestris) nördlich der Alpen und der Gefleckte Feuersalamander (Salamandra salamandra salamandra) vor allem im Tessin und in der Südschweiz.
Aussehen und Unterscheidung der Unterarten
- Gebänderter Feuersalamander: Die gelben bis orangefarbenen Flecken sind auf dem Rücken zu zwei länglichen, oft unterbrochenen Bändern angeordnet. Die Rückenmitte bleibt meist schwarz.
- Gefleckter Feuersalamander: Die gelben bis orangefarbenen Flecken sind unregelmässig über Rücken, Flanken und Schwanz verteilt und bilden keine Streifen.
Beide Unterarten werden bis zu 20 cm lang und 25–50 Gramm schwer, wobei die Weibchen in der Regel deutlich grösser und schwerer als die Männchen sind. Die leuchtend gelbe Färbung dient als Warnsignal (Aposematismus) und zeigt potenziellen Feinden die Giftigkeit des Tieres an.
Lebensweise und Habitat
Feuersalamander bevorzugen feuchte Laub- und Mischwälder, Schluchten sowie Gebiete mit Quellbächen und Trockenmauern. Sie sind vorwiegend nachtaktiv, besonders der Gebänderte Feuersalamander. Der Gefleckte Feuersalamander kann bei feuchtem und regnerischem Wetter auch tagsüber aktiv sein.
Tagsüber verstecken sie sich unter Laub, Steinen, Holz oder in Erdlöchern. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Würmern, Schnecken, Asseln und anderen Gliederfüsslern.
Fortpflanzung – eine Besonderheit unter den Amphibien
Im Gegensatz zu den meisten einheimischen Amphibien legen Feuersalamander-Weibchen keine Eier. Sie gebären lebende, bereits kiementragende Larven direkt in klare, fliessende Gewässer (Quellbäche, kleine Bäche). Pro Wurf werden meist 30 bis 50 Larven abgesetzt. Die Larven entwickeln sich im Wasser, bis sie nach einigen Monaten als etwa 6 cm grosse Jungtiere an Land gehen.
Giftigkeit und Bedrohungen
Feuersalamander besitzen Giftdrüsen in der Haut, die bei Bedrohung ein giftiges Sekret absondern. Dieses kann bei Katzen, Hunden oder anderen Kleinsäugern starken Speichelfluss, Genickstarre und in seltenen Fällen sogar den Tod verursachen. Für den Menschen ist das Gift bei normalem Hautkontakt ungefährlich, dennoch sollte man die Tiere nie mit blossen Händen anfassen, da ihre Haut extrem sensibel ist und leicht verletzt werden kann.
Eine der grössten aktuellen Bedrohungen ist der hochgefährliche Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal), auch „Salamanderfresser“ genannt. Dieser Pilz hat bereits in Teilen Europas massive Bestandseinbrüche verursacht und stellt besonders für Feuersalamander eine ernste Gefahr dar.
Schutzstatus in der Schweiz
Während der Gefleckte Feuersalamander im Tessin noch relativ häufig und nicht gefährdet ist, gilt der Gebänderte Feuersalamander in der Nord- und Nordostschweiz als deutlich seltener. Beide Unterarten profitieren von naturnahen Waldrändern, Feuchtbiotopen und dem Erhalt von Quellbächen.
Beste weiterführende Links:
- Feuersalamander in der Schweiz – tiefblicke.ch
- Froschnetz – Feuersalamander
- Der Feuersalamander – tierwelt.ch
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