Grasfrosch

Der Grasfrosch (Rana temporaria) – Der vielseitigste Braunfrosch der Schweiz

Merkmale und Aussehen

Der Grasfrosch ist mit einer Körperlänge von 6 bis 11 cm einer der mittelgrossen einheimischen Frösche. Entgegen seinem Namen ist er nie richtig grün. Seine Färbung ist extrem variabel und reicht von beige, braun, oliv, rötlich, grau bis fast schwarz. Viele Tiere zeigen dunkle Flecken oder Marmorierungen, die bei einzelnen Exemplaren die Grundfarbe fast vollständig überdecken können. Männchen sind während der Paarungszeit an ihrer weiss bis leicht bläulich schimmernden Kehle erkennbar.

Verbreitung und Lebensraum in der Schweiz

Der Grasfrosch ist in der Schweiz weit verbreitet und gehört zu den häufigsten Amphibienarten. Er besiedelt nahezu alle Höhenstufen – vom Mittelland bis in höhere Berglagen. Er kommt in Wäldern, Feuchtwiesen, Flachmooren, Gärten und sogar auf Golfplätzen vor (z. B. Golf Club Klosters, Golf Küssnacht am Rigi).

Er ist sehr standorttreu und kehrt meist jedes Jahr zum selben Laichgewässer zurück. Als Laichgewässer nutzt er beinahe alle Gewässertypen: flache, sonnige Tümpel und Weiher mit reicher Vegetation, Waldtümpel, Gartenweiher, aber auch leicht fliessende Gewässer und Bergseen.

Fortpflanzung und Verhalten

Die Paarungszeit beginnt in den wärmsten Lagen des Mittellandes bereits Mitte Februar, der Aktivitätsgipfel liegt meist um den 10. März. Die Männchen versammeln sich zu Hunderten an den Laichgewässern und erzeugen einen charakteristischen, schnarrenden Paarungsruf. Die Laichballen sind sehr gross und können bis zu 4'500 Eier enthalten.

Nach der Paarung verlassen die adulten Frösche das Wasser und leben den Rest des Jahres im Wald, auf feuchten Wiesen oder in Gärten. Die Larven (Kaulquappen) entwickeln sich relativ rasch in flachen, sich schnell erwärmenden Gewässern.

Bedrohungen

Trotz seiner weiten Verbreitung ist der Grasfrosch nicht ungefährdet. Zu den grössten Problemen gehören:

  • Strassenverkehr während der Frühjahrswanderung (bekannte Massensterben)
  • Verlust von Laichgewässern und Feuchtgebieten
  • Wintersterben in kleinen, isolierten Gartenweihern bei geschlossener Eisdecke (Sauerstoffmangel)

Interessante Fakten

  • Grasfrösche können in der Natur bis zu 10 Jahre alt werden, die meisten werden jedoch nur 5–7 Jahre alt.
  • Keine andere Lurchart Europas zeigt eine derart grosse Farb- und Zeichnungsvariabilität.
  • Der Paarungstrieb der Männchen ist so stark, dass sie gelegentlich sogar Erdkröten besteigen.

  1. Froschnetz – Grasfrosch (Rana temporaria) – Umfassende Artbeschreibung mit vielen biologischen Details
  2. info fauna KARCH – Grasfrosch – Sehr gute Übersicht mit aktuellen Fotos und Schweiz-spezifischen Informationen
  3. Waldzeit – Der Grasfrosch auf der Frühjahrswanderung – Spannender Bericht mit Beobachtungstipps aus der Region Winterthur

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Keine andere Lurchart Europas ist derart vielfältig gefärbt und gezeichnet wie der Grasfrosch Rana temporaria. Die Färbung reicht von gelbbraun über braun, oliv, rötlich, dunkelbraun, grau bis fast schwarz; die Tiere sind stärker oder schwächer gefleckt oder völlig einförmig gefärbt. Einzig ein richtiges Grün ist diesem «Braunfrosch» fremd, dies hat die Gruppe der Wasser- und Laubfrösche für sich reserviert. Weibchen zeigen meist einen Stich ins Rötliche.
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