Knoblauchkröte

Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) – Die versteckte Lurch des Jahres 2007

Merkmale und Aussehen

Die Knoblauchkröte ist eine mittelgroße, unauffällige Amphibie. Männchen erreichen eine Größe von 4,5–6,5 cm, Weibchen werden 5–8 cm groß. Ihre Oberseite ist hellbraun bis grau mit dunklen Flecken, was eine hervorragende Tarnung im Boden ermöglicht. Namensgebend ist der knoblauchartige Geruch des Hautgiftes, das die Kröte bei Gefahr absondert. Im Gegensatz zu vielen anderen Froschlurchen besitzt sie keine Schallblasen – ihr Paarungsruf ist daher sehr leise und kaum hörbar.

Die Kaulquappen sind außergewöhnlich groß und können 9–12 cm, in Ausnahmefällen sogar bis 20 cm lang werden. Die Art kann bis zu 10 Jahre alt werden.

Lebensweise und Habitat

Knoblauchkröten sind ausgesprochen bodentreu und graben sich gerne ein. Tagsüber verstecken sie sich in selbstgegrabenen oder bestehenden Erdgängen, die bis zu 1,5 m tief sein können. Sie sind vor allem nacht- und dämmerungsaktiv.

Laichgewässer sind vorzugsweise größere, vegetationsreiche Stillgewässer, überschwemmte Wiesen, Altarme oder Teiche mit sonniger Lage und warmem Wasser. Im Spätherbst, sobald die Bodentemperatur unter 3–4 °C sinkt, ziehen sie sich in ihr Winterquartier zurück.

Die Wanderung zum Laichgewässer erfolgt Ende März bei regnerischen Nächten und Temperaturen über 7 °C. Im Vergleich zur Wechselkröte besiedelt die Knoblauchkröte auch Auwälder, sofern offene Strukturen wie Heideflächen oder Sandböden vorhanden sind.

Verbreitung in der Schweiz

Die Schweiz liegt am westlichen Rand des Verbreitungsgebiets der Knoblauchkröte. In der älteren Literatur wurde sie teilweise als heimisch geführt, gilt heute jedoch als nicht einheimisch bzw. als sehr seltener Gast. Es gibt praktisch keine gesicherten aktuellen Fortpflanzungsnachweise mehr in der Schweiz. Die Art wird von der nationalen Koordinationsstelle für Amphibien (karch) zu den drei nicht einheimischen Amphibienarten der Schweiz gezählt (neben Moorfrosch und Seefrosch).

In den angrenzenden Regionen (Süddeutschland, Elsass, Vorarlberg) ist die Knoblauchkröte ebenfalls stark rückläufig. Besonders an den Rändern ihres Verbreitungsgebiets (u. a. Südwestdeutschland, Norditalien, Süd-Schweden) hat sie starke Bestandseinbußen erlitten.

Bedrohungen

Die größte Gefahr für die Knoblauchkröte ist die Zerstörung und Fragmentierung ihrer Lebensräume. Dazu gehören:

  • Verbauung von offenen Landschaften
  • Intensivierung der Landwirtschaft
  • Verlust von Laichgewässern und geeigneten Sommerhabitaten

Da die Art einen sehr kleinen Aktionsradius hat und keine weiten Wanderungen unternimmt, ist sie besonders empfindlich gegenüber Habitatverlust.

Schutz und Förderung

In Deutschland und Österreich gibt es verschiedene Projekte zur Erfassung mittels eDNA-Analyse aus Gewässerproben, da die Art mit klassischen Methoden sehr schwer nachweisbar ist. In der Schweiz steht die Art unter besonderer Beobachtung durch karch.

Tipp zur Beobachtung: Bei Einbruch der Dämmerung nach regnerischen Tagen in der Nähe geeigneter Gewässer suchen – allerdings mit sehr geringer Erfolgschance in der Schweiz.


  1. Froschnetz – Knoblauchkröte – Detaillierte Schweizer Informationsseite mit Bildern und Lebensraum-Beschreibung
  2. info fauna – Knoblauchkröte in der Schweiz – Offizielle Stellungnahme der nationalen Koordinationsstelle karch
  3. herpetofauna.at – Knoblauchkröte – Sehr guter Steckbrief mit Angaben zu Lebensräumen und Verbreitung im Alpenraum

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Für die Knoblauchkröte Pelobates fuscus lag die Schweiz immer am Rand des Verbreitungsgebiets. Sie lebte früher möglicherweise in der Region Basel und im Tessin. Es ist aber nicht klar, ob die Art in der Schweiz je sich selbst erhaltende Populationen bildete. Manche Meldungen könnten auch auf Fehlbestimmungen zurückgehen. Ein zweifelsfreier Beleg für einen Nachweis auf Schweizer Boden existiert nicht. Die Situation kann heute nicht mehr abschliessend geklärt werden. Aktuell sind keine Fundorte in der Schweiz bekannt und auch keine im grenznahen Ausland.
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