Steckbrief: Der Nördliche Kammmolch (Triturus cristatus)

Der Nördliche Kammmolch gilt als der „Wasserdrache“ unter den heimischen Amphibien. Er ist die größte in Mitteleuropa vorkommende Molchart und in der Schweiz stark gefährdet.

1. Erscheinungsbild und Merkmale

  • Größe: Männchen erreichen etwa 12–16 cm, Weibchen können bis zu 18 cm (selten 20 cm) lang werden.
  • Aussehen: Der Körper ist gedrungen, der Kopf flach und breit. Die Grundfarbe ist dunkelbraun mit dunklen, runden Flecken.
  • Besonderheit (Wassertracht): Während der Paarungszeit bilden die Männchen einen imposanten, gezackten Rückenkamm aus, der an der Schwanzwurzel unterbrochen ist. Dies verleiht ihnen das charakteristische Aussehen eines kleinen Wasserdrachens.
  • Abgrenzung: In der Schweiz ist der Nördliche Kammmolch vom Italienischen Kammmolch (Triturus carnifex) zu unterscheiden, der vor allem im Tessin vorkommt.

2. Lebensweise und Lebensraum

  • Gewässer: Kammmolche bevorzugen gut besonnte, pflanzenreiche Weiherlandschaften und Flussaltarme. Sie meiden stark saure sowie fließende Gewässer.
  • Landleben: Zwischen Mitte Juli und September verlassen die Tiere das Wasser. Sie suchen sich Landlebensräume in unmittelbarer Nähe (meist nur wenige hundert Meter entfernt). Dort verstecken sie sich tagsüber unter Holzstapeln, Steinen, in Wurzelhöhlungen oder in Kleinsäugergängen.
  • Jahreszyklus:
    • Februar/März: Wanderung aus den Winterquartieren zum Laichgewässer.
    • Paarungszeit: Spektakuläre Balztänze der Männchen.
    • Mai–Juli: Nach der Paarung verbleiben die Tiere oft noch Monate im Wasser, um Fettreserven für den Winter aufzubauen.

3. Gefährdung und Schutz in der Schweiz

Der Kammmolch ist in der Schweiz stark gefährdet. Die Hauptursachen sind:

  • Lebensraumverlust: Zerstörung und Zerstückelung von Kleingewässern und Landlebensräumen.
  • Verschmutzung: Belastung der Gewässer durch Pestizide und Herbizide.
  • Isolation: Gewässer, die nicht in einem Verbund stehen, verlieren ihre ökologische Bedeutung.
  • Schutzmaßnahmen: Um das Überleben zu sichern, müssen bestehende Gewässer unbedingt erhalten und durch ein Netz von Kleingewässern miteinander verbunden werden.

Die 5 besten Informationsquellen

  1. Info Fauna (karch): Die zentrale Anlaufstelle für Amphibienschutz in der Schweiz mit detaillierten Artbeschreibungen.
  2. Naturzyt: Ausführlicher Artikel zur Lebensweise und den Gefahren für den "Wasserdrachen".
  3. Froschnetz: Umfassendes Porträt der Art inklusive ökologischer Ansprüche und Schutzmaßnahmen.
  4. LUBW Baden-Württemberg: Sehr gute Zusammenfassung zur Biologie, Ernährung und Bestandsentwicklung (nahe Verhältnisse zur Schweiz).
  5. Herpetofauna.at: Exzellente Übersicht über die Kammmolch-Artenkreise und die morphologischen Unterschiede.

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