Wasserfrosch

Der Kleine Wasserfrosch – Lurch des Jahres 2023 in der Schweiz

Merkmale und Systematik

Der Kleine Wasserfrosch (Pelophylax lessonae) ist der kleinste Vertreter des sogenannten Wasserfrosch-Komplexes (auch Grünfrösche genannt). Er erreicht eine Körperlänge von nur 5–8 cm. Seine Oberseite ist meist grasgrün bis olivgrün, kann aber je nach Umgebung auch braun oder grau sein. Charakteristisch sind die hellen Längsstreifen an den Hinterbeinen und die relativ kurzen Hinterbeine im Vergleich zu anderen Wasserfröschen.

Zum Wasserfrosch-Komplex gehören in der Schweiz folgende Arten und Hybriden:

  • Kleiner Wasserfrosch (Pelophylax lessonae) – einheimisch
  • Teichfrosch (Pelophylax esculentus) – einheimisch (Hybride)
  • Seefrosch (Pelophylax ridibundus) – eingeschleppt
  • Italienischer, Balkan- und Türkischer Wasserfrosch – eingeschleppte Arten

Besonders problematisch ist die zunehmende Verdrängung des Kleinen Wasserfroschs durch die grösseren, aggressiveren und teilweise kannibalischen Arten wie den Seefrosch.

Lebensraum und Verbreitung in der Schweiz

Der Kleine Wasserfrosch bevorzugt kleinere, flache und stark verkrautete Tümpel, Weiher und Gräben mit reichem Pflanzenbewuchs. Im Gegensatz zum Seefrosch, der grosse offene Wasserflächen liebt, kommt er auch in kleinsten Gewässern im Siedlungsraum, in Gärten und Naherholungsgebieten vor.

In der Schweiz ist er fast überall heimisch, jedoch stark rückläufig. Er gilt als verletzlich (VU). Besonders in der Deutschschweiz wird er zunehmend durch eingeschleppte Wasserfrosch-Arten und deren Hybriden verdrängt. Projekte wie die Renaturierung des Rietli in Buchs (SG) zeigen, wie durch Schaffung von Lebensraum-Mosaiken (Kleingewässer, Trockenmauern, Laubhaufen) der Kleine Wasserfrosch gezielt gefördert werden kann.

Biologie und Verhalten

  • Aktivitätszeit: Ab März, Paarungszeit von Ende April bis Juli
  • Die Männchen sind sehr laut und quaken auffällig, besonders im Frühsommer
  • Im Gegensatz zu Braunfröschen bleiben Wasserfrösche ganzjährig meist im oder direkt am Gewässer
  • Überwinterung erfolgt häufig am Grund des Gewässers oder in Ufernähe (Laub, Trockenmauern, Erdkanten)
  • Die Laichballen werden an Wasserpflanzen geheftet

Bedrohungen

Der Kleine Wasserfrosch steht in der Schweiz unter starkem Druck durch:

  • Konkurrenz um Nahrung und Lebensraum durch grössere Wasserfrosch-Arten
  • Kannibalismus (vor allem durch Seefrösche)
  • Genetische Verdrängung durch Hybridisierung
  • Verlust kleiner, flacher Sonnengewässer

Deshalb wurde der Kleine Wasserfrosch zum Lurch des Jahres 2023 gewählt, um auf seine gefährdete Situation aufmerksam zu machen.

  1. Der Kleine Wasserfrosch ist Lurch des Jahres 2023 – Froschnetz (sehr ausführlicher und aktueller Artikel)
  2. Wasserfrösche – info fauna – Offizielle Daten und Übersicht der KARCH
  3. Kleiner Wasserfrosch (Rana lessonae) – Rietli Buchs – Praxisbeispiel eines Förderprojekts in der Schweiz

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